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Rote Wand-Wolke 2

Im Quartier Rote Wand soll ein Wohnquartier der Zukunft entstehen. Wolke 2 ist in Massivholzbauweise mit hohem Vorfertigungsgrad geplant. Das zentral geplante Treppenhaus bildet die Verbindung zwischen Gemeinschaftsraum Orangerie am Garten und der Dachterrasse. Gemeinsame Aktivitäten werden so ermöglicht und fördern den Austausch und Zusammenhalt der Bewohner.

 

Die Reduktion auf eine einfache unveränderbare Grundstruktur - gebildet aus Außenwandbegrenzung, Treppenhaus- und Badkernen - stellt loftartige, offene Raumkontinuen her. Durch Einbau von Zimmerwänden an vordefinierten Positionen können die Wohngrundrisse verdichtet werden. Von der klassischen Geschosswohnung bis hin zu zukünftig auch poröseren gemeinschaftlichen Wohnformen mit Küche / Wohnen / Bibliothek / Ateliers für Kunst / Musik und privateren Rückzugsorten zum Schlafen.

 

Im Konzept des "zirkulären Bewohnens" können die autark geplanten Grundeinheiten bestehend aus 1, 2 & 3Zi Wohnungen zu größeren Wohnungen um den zentralen Treppenhauskern herum verbunden werden. Zukünftig sind so Grundrisserweiterungen zu 4, 5 & 6 Zi Wohnungen oder -abtrennungen aufgrund wechselnder Lebenssituationen möglich. Der angestrebte durchschnittlichen Flächenverbrauch von ca. 25-30m2 pro Person kann damit immer abgebildet werden. Kombinatorik und Wandelbarkeiten der jeweiligen Wohnungsbausteine sind technisch und strukturell vorbereitet und möglichst flexibel gehalten.

 

Werden alle Räume eines Regelgeschosses miteinander verbunden entsteht eine bis zu 15 Zimmer-Enfilade. Auf diese Weise werden neue Möglichkeiten eines generationenübergreifenden Zusammenlebens ermöglicht, die als Impulsgeber für eine umfassendere Reflexion gesellschaftlicher Herausforderungen fungieren – von demografischen Verschiebungen, klimaökologische Fragen bis hin zu ökonomischen Rahmenbedingungen. Die Wohnform wird damit zum Re-Aktionsraum gesellschaftlicher Zukunftsfragen. Das erlernen emotionaler Entkopplung von traditionellem Wohnbesitz, die den Schritt zu flexibleren, veränderbaren Lebensräumen ermöglicht, ist Teil des Prozesses.

 

Die Materialisierung des Gebäudes erfolgt über den Einsatz von überwiegend robusten Roh-Materialien, die allesamt als Sichtelemente wie Sichtholzwände, Beton in Sicht und Stahl verzinkt oder gezundert zum Einsatz kommen. Sie bleiben in ihrer stofflichen Reinheit erhalten, wodurch sie sortenrein rückbaubar und im Kreislauf weiterverwendbar bleiben als eine Vorraussetzung für ressourcenschonendes zirkuläres Bauen. 

 

Die sichtbaren Fügungen, Farbnuancen und Unregelmäßigkeiten, die dabei am Bauwerk verbleiben, bilden eine materielle Chronik, die den Prozess des Bauens als wertvollen Bestandteil der endgültigen Architektur sichtbar macht. Die Patinierung beginnt ab Werk und erfordert mit Einbau einen umsichtigen und respektvollen Bauprozess der Gewerke. Die Spuren der Bauzeit werden unmittelbar eingeschrieben und erzählen die Geschichte eines Gebäudes, das seine Entstehung als Teil seiner Identität versteht. 

GebäudetypWohnhaus
ProjektkategorieNeubau
StandortStuttgart
Jahr2019
Bruttogeschossflächeca 2700 m²
Wettbewerbsplatzierung1. Preis
VisualisierungenhbA
Bauherr/AuftraggeberPlanungsgemeinschaft Wolkenheim Rote Wand GbR
LandschaftsarchitekturRamboll Studio Dreiseitl
Tragwerksplanung/StatikHelber+Ruff, Tichelmann & Barillas
Gebäudetechnikpbs Ingenieure
BrandschutzIGZeBraS
EnergieberatungGN Bauphysik
Lageplan
Schnitt
Gebäudekonzept
Modell
Gebäudeansicht
Grundriss
Konzept
Visualisierung Rote Wand Wolke 2
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Rote Wand-Wolke 2

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